Der Film

Synopsis                                                                                                                                            

 Die Groteske “DER SCHWARZE NAZI” handelt vom Kongolesen Sikumoya. Vor Jahren kam er als politischer Flüchtling nach Deutschland und muss nun die deutsche Staatsbürgerschaft erlangen, ansonsten droht die Ausweisung. Sikumoya ist Liebhaber der Werke von Goethe und Schiller und schätzt Deutschland als Hort der Kultur. Im Einbürgerungskurs, in der Familie seiner deutschen Freundin und im Alltag wird er mit Vorurteilen und Rassismus konfrontiert. Sikumoya, dem Bildungsbürger, wirft man immer wieder fehlende Anpassung an “die deutsche Kultur” vor. Er reagiert darauf, indem er sich noch stärker an vorgeblich typisch deutscher Kultur orientiert: eine Deutschlandfahne an der Wand, Thüringer Rostbratwurst zum Mittag und hartes Sprachtraining um seinen Akzent abzustreifen. Doch eine Nazikameradschaft aus der Nachbarschaft und die Schwiegermutter, die ihn nur als Gast in Deutschland akzeptiert, zermürben ihn bis zum Zusammenbruch. Sikumoya wird ins Krankenhaus eingeliefert. Im Koma geschieht die Metamorphose.
PROBERAUM Als Sikumoya daraus erwacht, ist er der “perfekte Deutsche”. Sikumoya kommt nun in Kontakt mit der NPO (“Nationale Partei Ost”), gegen die ein Verbotsverfahren wegen verfassungsfeindlichen Rassismus läuft. Sikumoya wird die Stelle als Integrationsbeauftragter angeboten.  Er soll als “nationaler Afro” das Feigenblatt der Partei bilden und Kritikern die Argumente entziehen. Doch Sikumoya funktioniert nicht als Marionette, sondern überholt die Neonazis von rechts. Als “schwarzer Nazi” ist er eine ständige Irritation und sorgt für Verwirrung. Durch sein umfangreiches Wissen über Deutschland und seine Radikalität kann er sogar einen Teil der Rechtsextremen auf seine Seite ziehen. Mit Unterstützung seiner neuen Kameraden startet er Aktionen um alles “Undeutsche” von den Straßen zu tilgen. So führen sie bei Personen, die nicht Sikumoyas Vorstellung von Deutschsein entsprechen, Passkontrollen und Integrationstests durch. Doch als Sikumoya beginnt seine Vorstellungen vom “Deutschsein” gegen die Nazis selbst zu wenden und ihnen den sächsischen Akzent abtrainiert oder einzelne Kameraden als “Undeutsche” ausschließt, bleibt diesen nur noch ihr blanker Rassismus um sich zu wehren …

kleines Team

Autorenstatement                                                                                                                        

Wir wollen einen Film drehen, der die Zuschauer unterhält und gleichzeitig zum Nachdenken anregt. Mit den Stilmitteln der Groteske – in unserem Fall einer Mischung aus Umkehrung, Satire und Dokumentation – soll die Frage gestellt werden, was das “Deutsch sein” eigentlich ausmacht. Der Gedanke, dass “die deutsche Kultur” von “der ausländischen Kultur” bedroht wird, soll mit künstlerisch filmischen Mitteln dekonstruiert werden. Der Film wirft dabei verschiedene Fragen auf: Was passiert, wenn ein Schwarzer die Forderungen der Neonazis so ins Absurde steigert, dass sie diesen selbst nicht mehr Genüge tragen? Ein Schwarzer, der den Neonazis ihr behauptetes Privileg, entscheiden zu können was “deutsch” und was “undeutsch” ist, wegnimmt und sie und ihre Ideologie somit vorführt? So entlarvt der Film den plumpen Rassismus, der sich hinter dem konstruierten Bild des Fremden, der grundsätzlich nicht in unsere Kultur passe, verbirgt. Das Feindbild des Fremden, der die behauptete natürliche Ordnung stört, ist nicht nur bei den Neonazis zu finden, sondern überall, wo Menschen Gründe suchen um andere auszugrenzen.